Reisebericht

In einem Land, das neu Beginnt

In Tunesien begann Ende 2010 der Arabische Frühling, und trotz Anschlägen auf Bardo-Museum und Strandgäste in Sousse hat er nirgendwo in der Region so viel zum Guten gewendet wie hier. Tunesien zeigt eine Alternative auf zu den im Krieg versinkenden Ländern drumherum. Es gibt neue Freiräume, gerade auch für Frauen. Aber der bitter notwendige wirtschaftliche Aufschwung lässt auf sich warten. Von seiner kleinen Mietwohnung in Tunis, wo er zwischen Automechanikern, Tischlern und Kioskbesitzern lebt, tourt Gerald Drißner bis in die hintersten Winkel des Landes, in Berbersiedlungen und Bergdörfer, in die Wüste und in Küstenorte, in denen Schlepper den Menschen einen lebensgefährlichen Weg nach Europa verkaufen. Die intensiven und spannenden Begegnungen mit Schmugglern, Bauern oder Revolutionären und die Gespräche in den Kaffeehäusern lassen den Leser den tunesischen Alltag hautnah erleben.

Unter Engeln und Wasserdieben

Nach einem ersten Besuch in Israel war Stefan Tomik fasziniert von der Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Landes. Während eines Sabbaticals machte er sich auf, es in ganzer Länge zu durchwandern. Zehn Wochen dauert die Tour von Eilat am Roten Meer bis zum Kibbuz Dan kurz vor der libanesischen Grenze. Herausforderungen und Überraschungen gibt es vom Anfang bis zum Ende des Weges, besonders in der Negev-Wüste, wo dem Autor Hitze und Erschöpfung zu schaffen machen und er sich ständig um seine sorgfältig vor dem Trip versteckten Wasservorräte sorgt. Tatsächlich erwischt er ein Mal Wasserdiebe. Er übernachtet in Night Camps oder Luftschutzräumen, bei israelischen Studenten, religiösen Familien oder in Kibbuzim. Und immer wieder nehmen ihn rettende Wegeengel, die Trail Angels, bei sich auf. Sie öffnen ihm die Tür zu ihrem Leben – und damit zu Israel. Das Buch zeigt Israel jenseits der aktuellen politischen Debatten.

Hymnus – die suche nach Amerika

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Oder Weltmacht und Bösewicht? Provinziell und puritanisch? Auf seiner mehrmonatigen Reise durch die USA, von Küste zu Küste, möchte Dennis Freischlad herausfi nden, was dieses Land im Innersten zusammenhält und was es mit uns zu tun hat. Als “philosophierender” Weltbürger fährt er von New York nach Kalifornien – in einem 25 Jahre alten Van, “Mr. Jefferson”, der ihn trotz guten Zuredens immer wieder mal im Stich lässt und für manche Unwägbarkeit sorgt. In New York, Nashville, der Mississippi-Region und Texas fi ndet der Autor an den Stätten großer Musikgeschichte Spuren der sozialen, politischen und kulturellen Umbrüche und zugleich die Essenz des American way of life. Doch ist das Buch vor allem auch eine Ode an das Reisen an sich und eine humorvolle Saga von Freundschaft und Liebe, Aufbruch und Sehnsucht, Verlust und Verlangen.

Im Schatten der Seidenstrasse

Die älteste und berühmteste aller historischen Handelsrouten, die über 11.000 Kilometer von China bis zum Mittelmeer führt, leitete im Mittelalter eine Art Globalisierung ein. Denn auf dem Weg wurden nicht nur Waren transportiert, er bewirkte auch für den kulturellen Austausch zwischen Europa und Asien. In Bussen, Zügen, klapprigen Taxis und Geländewagen, auf Eselskarren und Kamelen reist Colin Thubron die Seidenstraße in Gänze ab und zeigt uns, wie die Spuren der Vergangenheit bis in unsere Gegenwart wirken. Als sensibler Beobachter und glänzender Erzähler porträtiert er Weltgegenden, die heute weithin vergessen und unbekannt sind.

Vierzig Tage Armenien

Schon viele Male war die Autorin in Armenien, wohnte bei einer Familie in Jerewan. Nun macht sie sich auf den Weg, das kleine alte Gebirgsland im Kaukasus allein zu durchqueren. Dabei begegnet sie Menschen, die ihr in nur vierzig Tagen eine weite Reise durch die armenische Geschichte, Mythologie und Gesellschaft ermöglichen. Von den Landfrauen lernt sie, Brot zu backen, die Archäologen nehmen sie mit in ihre Welt der Steine, Vater Aspet zieht mit ihr von Kloster zu Kloster, und jeder weiß uralte Geschichten zu erzählen. Dazu gehört auch die Erinnerung an den grausamen Völkermord von 1915.

Blaue Dahlie, Schwarzes Gold

In Angola sind die Spuren der Kolonialgeschichte, des Sklavenhandels und des angolanischen Bürgerkriegs noch lange nicht verwischt, doch jetzt sprudeln die Ölquellen und nähren eine neue, märchenhaft reiche Elite. Metcalfe zieht als Rucksacktourist los, um jenseits der Hauptstadt Luanda und der blumigen Namen der Ölbohrplattformen die alte Seele des Landes zu suchen – das Angola der gütigen Großväter, des Kizomba-Tanzes und der kunstvollen Geistermasken. Er reist in Bussen und klapprigen Jeeps, spricht mit Stammesältesten, Minenräumern, Straßenkindern und Ölarbeitern und erfährt eine Realität voller Extreme. Seine Reise führt ihn direkt in einen explosiven Cocktail aus Korruption und Vetternwirtschaft, sprudelndem Ölgeld und schnellem Aufstieg der Neureichen – und mitten hinein in den postkolonialen Blues.

Wilde Küste

Zwischen Orinoco und Amazonas liegt im Nordosten Südamerikas ein fast unbe kannter Flecken Erde. Entlang der sumpfi gen Küste und in ihrem wilden Hinterland sammelt der Autor verwunderliche Geschichten ein, er entdeckt alte Sklavenmärkte aus der großen Zeit der Zuckerplantagen und ehemalige Strafgefangenenlager der Franzosen, trifft auf abgeschiedene Eingeborenensiedlungen, seltsame Forts und den Weltraumbahnhof für die europäischen Ariane-Raketen. Gimlettes Reise durch das “Land der Vielen Wasser” endet mit familiärer Spurensuche, verschlug es doch im 17. Jahrhundert einen entfernten Vorfahren in die damaligen Kolonien. Spannend und humorvoll geschrieben, öffnet das Buch die Tür zu einem vergessenen Winkel dieser Welt.

Wolkenpfad

Hoch oben in den Anden folgt John Harrison zu Fuß dem Camino Real, auf dem einst die Staffelläufer der Inka Nachrichten zu den Herrschern beförderten. Der Weg beginnt in Ecuador und endet bei der großartigen Anlage von Machu Picchu in Peru. Harrison ist mit Rucksack, Zelt und kleinem Gaskocher unterwegs, und es wird eine Reise voller Unwägbarkeiten. Die extremen Landschaften unter den Vulkanen der Anden und die extremen Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen werden in diesem Buch ebenso lebendig wie die Ruinen des Inka-Imperiums am Weg. Ein spannend und feinfühlig erzählter Reisebericht.

Insel ohne Wasser, Vogel ohne Flügel

Agnes Fazekas lebt in Tel Aviv, bis zu den Sperrmauern und Stacheldrahtzäunen, die das Westjordanland umgeben, ist es nicht weit. Sie will wissen, wie die Menschen hinter dem Zaun leben und sich ein eigenes Bild von der Absurdität der israelisch-palästinensischen Nachbar-Gesellschaften machen. Mit arabischen Bussen, Sammeltaxis oder als Anhalterin ist sie unterwegs, oft geht es im Zickzackkurs von Checkpoint zu Checkpoint. Sie übernachtet auf den Sofas von jungen und alten Leuten, von Palästinensern ebenso wie von Aktivisten und Siedlern. Stimmungsvoll, hintergründig und anrührend beschreibt sie, wie die Menschen in einem religiös und politisch so aufgeladenen Land wie Palästina fühlen und denken, leben und überleben – und wie sie ihren Alltag in einer fragilen Heimat einrichten, die trotz allem ihre Heimat ist.

Vierzig Tage Armenien

Schon viele Male war die Autorin in Armenien, wohnte bei einer Familie in Jerewan. Nun macht sie sich auf den Weg, das kleine alte Gebirgsland im Kaukasus allein zu durchqueren. Dabei begegnet sie Menschen, die ihr in nur vierzig Tagen eine weite Reise durch die armenische Geschichte, Mythologie und Gesellschaft ermöglichen. Von den Landfrauen lernt sie, Brot zu backen, die Archäologen nehmen sie mit in ihre Welt der Steine, Vater Aspet zieht mit ihr von Kloster zu Kloster, und jeder weiß uralte Geschichten zu erzählen. Dazu gehört auch die Erinnerung an den grausamen Völkermord von 1915.

Stadt im Rausch

Als Jugendlicher war Christoph Wöhrle zum ersten Mal in Las Vegas, und die Glitzermetropole in der Wüste faszinierte ihn auf Anhieb. Vielleicht weil hier der alte amerikanische Traum vom Goldgräberglück irgendwie weiterlebt? In Las Vegas fi nden viele ihr Glück im Spiel, in der Liebe oder im Big Business, aber es gibt hier ebenso die Verlierer, die bei all diesem Glück nicht mithalten können, die schließlich unter der Brücke oder auf der Straße leben – und dabei auf ihre Art vielleicht auch glücklich sind? Der Autor will selbst erfahren, wie es ist, ein Spieler zu sein, wie es sich anfühlt, dem großen Gewinn hinterherzujagen. Er probiert sich selbst am Spieltisch und er lässt sich nach einer durchzechten Nacht den Kater von einem Arzt wegdoktern. “Stadt im Rausch” ist ein Buch über die Glücksritter von Las Vegas, über die, die es nach ganz oben geschafft haben, und ebenso über diejenigen, die es nach ganz unten zog …

Die suche nach Indien

Indien ist jeden Tag aufs Neue für eine Überraschung gut, mal bringt es einen dem Himmel näher, mal der Hölle, mal dem Leben im Hier und Jetzt. Der junge Dichter und Künstler Dennis Freischlad ist süchtig nach dem Land, es ist für ihn ein Ort der Entschleunigung und eine Quelle der Inspiration. Doch was macht das “Rätsel” Indien aus? Der Autor begibt sich noch einmal auf eine aben teuerliche Entdeckungsreise durch die Verschiedenheiten von “Mutter Indien” und versucht, dem Mythos des Subkontinents auf den Grund zu gehen. Mit seinem Motorrad namens “Marlene” kurvt er vom Süden hinauf in den Norden, um dann im Zug zur Pilgerstadt Varanasi zu gelangen. Er schildert den Alltag, die Geschichte und Gegenwart der Inder in spannenden, poetischen, oft skurrilen Begegnungen und erzählt mitreißend und humorvoll von seinen Reiseerlebnissen. Das Buch ist wie eine Reise in das Leben an sich …

Indonesien und so weiter

Hund zum Abendessen? Tee mit dem Sultan? Bei einem Hochzeitszug mitmachen? Mit einer Nomadenfamilie unter einem Baum nächtigen? Während ihrer Indonesienreise hat Elizabeth Pisani nur eine Regel und die lautet: “Sag einfach Ja.” Sie zieht von Insel zu Insel, lässt sich treiben, schlägt aus Prinzip keine Einladung aus und kommt in Orte, von denen sie nie zuvor gehört hat. Insgesamt ein gutes Jahr und zigtausend Kilometer ist sie allein unterwegs, überwiegend mit Schiffen oder altersschwachen, grellbunten Bussen, in denen Indo-Pop plärrt und Spucktüten von der Decke hängen. In dem Sammelsurium von Tausenden Inseln, mehreren Hundert Ethnien, ebenso vielen Sprachen, verschiedenen Religionen warten viele Herausforderungen und ebenso beglückende Momente auf die Autorin. Hautnah erlebt sie eine Nation zwischen Mythen, Mystik und Moderne

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